Weißer Turm

Overview

Era: 
Post-byzantinischen
Culture: 
Ottoman Monument
Century: 
15th century
Latitude: 
40.626459
Longitude: 
22.948395

Der Weiße Turm ist ohne Zweifel das Denkmal-Wahrzeichen von Thessaloniki und befindet sich am Stadtstrand, an der Kreuzung Nikis-, Pavlou Mela- und Ethnikis Amunis Straßen. Das genaue Datum des Baus ist unbekannt, liegt aber mit ziemlicher Sicherheit im späten 15. Jahrhundert, nach der Eroberung von Thessaloniki durch die Türken (1430). Das Gebäude wurde an der Stelle errichtet, wo der östliche Teil der Stadtmauer sich mit dem südlichen verband und ersetzte einen älteren byzantinischen Turm, der auf der gleichen Lage war.

Der Weiße Turm ist zylindrisch, hat eine Höhe von 33,9 m und einem Durchmesser von 22,7 m. Er hat ein Erdgeschoss und sechs Etagen, die miteinander durch eine interne Treppe von einer Gesamtlänge von 120 m verbunden sind. In der Mitte jeder Etage ist eine große, runde Halle geformt und im Gebäude sind weitere, meist viereckige und kleine, Räume verteilt. Auf der obersten Etage, um die zentrale Halle herum, bildet sich ein offener runder Balkon, der einen herrlichen Panoramablick über Thessaloniki und das Meer bietet. Rund um das Gebäude existierte früher eine niedrige, achteckige, mit drei Türmen verstärkte Umfassungsmauer; diese Konstruktion wurde jedoch zu Beginn des 20. Jahrhunderts abgerissen.

Während seiner langen Geschichte hat der Weiße Turm mehrmals seinen Name geändert und vielseitige Verwendungen gehabt. Ursprünglich wurde er Löwenturm und später Kalamaria-Festung genannt und zwar gelegentlich als ’der Turm der Janitscharen’, ’der Blutturm’ und ’der Turm von Martyrium’ erwähnt. Der aktuelle Name des Denkmals ist dem Ereignis zurückzuführen, dass im späten 19. Jahrhundert ein Verurteilter das Äußere des Turms weiß strich, um seine Freiheit zu gewinnen. Das Gebäude hatte eine defensive Funktion, denn er diente als der Südturm der Befestigung der Stadt, war aber auch ein Militärlager. Er wurde auch als Gefängnis für Schwerverbrecher, sowie als Ort für Folterungen verwendet; in der Tat wurden die Gefangenen oft auf seinem Zinnenkranz hingerichtet, wobei Blut die Fassade des Turms verschmierte. Im 20. Jahrhundert war der Weiße Turm Fernmeldeturm, Lager für archäologische Funde, Heim für Flüchtlinge, militärisches Hauptquartier, Festung der Artillerie während des zweiten Weltkriegs, sowie auch Hauptsitz der Marinepfadfinder und meteorologisches-Laboratorium. Von 1983 bis 1985 führte der Archäologische Dienst umfangreiche Wartungs-, Instandsetzungs- und Restaurierungsarbeiten am Denkmal und gleich danach wurde der Weißer Turm in einen kulturellen Ort umwandelt, der mehrere Ausstellungen unterbringt. Ab 2008 ist das Denkmal ein Museum und beherbergt eine Dauerausstellung über die Geschichte von Thessaloniki.