Die Galerius Palast

Overview

Era: 
Roman
Type: 
Ausgrabungsstätte
Culture: 
Klassische Denkmal
Century: 
3th century
Latitude: 
40.630251
Longitude: 
22.948792

Der Gaius Galerius Valerius Maximianus, im kurzen Galerius, wurde um 250 n. Chr. in der Nähe von Sardiki, heute bekannt als Sofia, Hauptstadt Bulgariens, geboren. Seine Eltern waren Bauern und er war in seiner Jugend ein Hirte. Dank seiner Tapferkeit und Scharfsichtigkeit überwand er seine bescheidene Herkunft und folgte einer Karriere in der römischen Armee, wobei er schnell auf die höchsten Ämter aufstieg. Im späten 3. Jahrhundert vollzog der Kaiser Diokletianos eine wichtige Verwaltungsreform: er verteilte die Verwaltung des riesigen Römischen Reiches auf vier Fürsten, die eine gemeinsame Politik, aber in jeweils einer anderen geographischen Region übten (die sogenannte Tetrarchie). Die Kontrolle eines diesen vier Abschnitten, der die Balkan-Halbinsel enthielt, wurde Galerius gegeben.
Im Jahre 299, nach dem letzten siegreichen Feldzug gegen die Perser, wählte Galerius Thessaloniki als sein Hauptquartier. In dem südöstlichen Teil der römischen Stadt, auf einer riesigen Fläche von ca. 150.000 qm, die von der Rotunde bis zum Meer und von dem östlichen Teil der Stadtmauer bis zur Agia Sophia streckte, baute Galerius eine prächtige Schlossanlage. In diesem Gebäudekomplex waren nicht nur die königlichen Wohn- und Nebenräume beherbergt, es gab darüber hinaus Hallen der öffentlichen Verwaltung, Schreine und Tempel und sogar Sport- und Unterhaltungs-Gebäude.
Der Hauptpalast befand sich in der Nähe des aktuellen Navarinou Platz und der Dimitrios Gounaris Straße. Er war aufs Meer hingedreht und bestand aus zahlreichen Räumen, die meisten von denen heute zerstört und unter Straßen, Parkplätzen und Hochhäusern begraben sind. Von der königlichen Residenz sind aber einige wertvolle Abschnitte erhalten, zwar in Form von Ruinen, jedoch sichtbar und als Indikativ für ihre Größe und Luxus dienend: ein Atrium mit einem Peristyl und Säulengängen, Wohnungen und Zimmer herum, eine eindrucksvolle Halle mit bogenförmiger Endung auf einer der schmaleren Seiten, ein Komplex von Bädern, sowie ein achteckiges Gebäude mit sieben externen halbrunden Nischen im Inneren. Rückstände von farbigen Mosaiken, plattenbelegtem Marmorboden, Marmorvertäfelungen und Wandverkleidungen zeigen die reiche Verzierung der Zimmer des Palastes. Heute, nach den Grabung-, Konservierung-, Sanierung- und Wiederherstellungsarbeiten, ist ein Großteil der erhaltenen Teile des Schlosses für das Publikum geöffnet.